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Trumps Zölle und die Reaktionen aus dem Kindergarten
Von Peter Haisenko
Das größte Problem für die Weltwirtschaft und die USA selbst ist das andauernde Außenhandelsdefizit der USA. Es bedingt stete Inflation und ansteigende Verschuldung weltweit. Es gibt zwei Wege, die USA zu einer ausgeglichenen Handelsbilanz zu führen. Bislang hat Donald Trump nur einen davon der Welt angekündigt.
Der Begriff „Strafzölle“ war bis vor einigen Jahren nicht in Gebrauch. Er ist auch unsinnig, entstammt aber der Hybris der westlichen Arroganz, Länder bestrafen zu wollen, die nicht nach ihrer Pfeife tanzen wollen. Die Endform von Strafzöllen sind Sanktionen, die einem Land verbieten, Waren zu exportieren. Aber warum gibt es überhaupt Zölle? Die sind zum Beispiel notwendig, wenn ein Land ein Außenhandelsdefizit hat, weil es zu viele Waren importiert, ohne im gleichen Wert Waren zu exportieren. Dann müssen Importzölle erhoben werden, um die Importe teurer zu machen und so zu reduzieren. Eben bis die Handelsbilanz wieder ausgeglichen ist. Die USA haben das größte Außenhandelsdefizit.
Das versteht jede „Hausfrau“: Wenn man immer mehr einkauft, als man mit Einnahmen bezahlen kann, kann das auf Dauer nicht gut ausgehen. Im praktischen Leben wird das nicht möglich sein, denn wenn Waren nicht bezahlt werden, wird man weitere Lieferungen einstellen. Für Firmen und Privatleute gilt, dass Insolvenz angemeldet werden muss, wenn man den finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann und die Banken weitere Kredite verweigern. In diesem Sinn hätten die meisten westlichen Staaten schon vor langer Zeit Insolvenz anmelden müssen, weil sie ihre Schulden niemals begleichen können. Allerdings gibt es Möglichkeiten, das hinauszuzögern, also realistisch gesehen, Insolvenzverschleppung zu betreiben. Für Privatleute und Firmen ist das strafbewehrt, für Staaten nicht.
Bis 1971 mussten Handelsbilanzen ausgeglichen werden
Bis 1971, solange das 1944 geschaffene System von Bretton Woods mit dem goldgedeckten US-Dollar als Leitwährung in Kraft war, war es unmöglich, andauernde Außenhandelsdefizite aufzubauen. Auftretende Außenhandelsdefizite mussten in Gold ausgeglichen werden. Schon bis 1971 bestand ein Außenhandelsüberschuss der BRD gegenüber den USA und aus dieser Zeit stammt der Goldbesitz der BRD von etwa 3.000 Tonnen. Mit der Abkoppelung des US-Dollar vom Gold im Jahr 1971 änderte sich alles. Fortan gab es keine festen Wechselkurse mehr und der „Markt“ sollte es regeln mit den Wechselkursen zwischen den Landeswährungen. Das hat auch für eine kurze Zeit funktioniert, aber es zeigte sich schnell, dass das den US-Dollar in die Wertlosigkeit treiben würde. Die USA produzierten einfach zu wenig Waren, die für andere Länder attraktiv sein konnten. Man denke da nur an Autos aus USA, die auf dem Weltmarkt nicht konkurrenzfähig waren und sind.
Ebenfalls Anfang der 1970er Jahre begannen gierige Kaufleute in USA ihre Produktionen ins lohngünstigere Asien zu verlegen. Logisch, dass das das US-Außenhandelsdefizit weiter verschärfte. Anstatt hier Seitens der US-Regierung regulatorisch einzugreifen, gingen sie den Weg, den sich nur eine „Supermacht“ erlauben kann. Noch dazu eine, die als eine von Zweien einfach Geld drucken kann. Die zweite ist Großbritannien. Die USA bauten eine stetig ansteigende Staatsverschuldung auf, die auf heute irrsinnige 36.000 Milliarden Dollar angewachsen ist. Theoretisch schulden die USA jedem einzelnen Erdenmensch etwa 4.000 Dollar. Das ist das Geld, wofür alle Länder der Welt Arbeitsleistung in die USA verkauft haben, ohne dafür Waren aus USA erhalten zu haben. Sie wurden mit frisch gedruckten Dollar bezahlt, also mit Geld, das aus dem Nichts kreiert worden ist, also im Prinzip wertlos ist, weil man dafür in USA selbst keinen Gegenwert einkaufen kann. Das heißt, der Luxus der Bürger der USA stammt seither aus der Arbeit anderer Länder ohne angemessene Gegenleistung. Donald Trump hat erkannt, dass dieser Zustand geändert werden muss.
Importe in die USA müssen reduziert werden
Da gibt es nun zwei Möglichkeiten. Der US-Dollar wird drastisch abgewertet. Das würde US-Waren im Ausland billiger, also attraktiver machen und gleichzeitig Importwaren in USA teurer. Das Problem wäre nach einiger Zeit gelöst. Aber zu welchen Kosten? Der US-Dollar würde seinen Status als Reservewährung einbüßen, also seine Macht. Sowohl der Finanzstandort New York als auch der in London würden in der Bedeutungslosigkeit versinken und damit der gesamte Status dieser beiden Länder. So ist es logisch, dass dieser Weg nicht als Lösungsmöglichkeit in Betracht gezogen wird. Was bleibt also übrig?
Die USA verhängen drastische Importzölle. Das würde zwar US-Waren nicht attraktiver machen, aber die Importe reduzieren, weil sie jetzt innerhalb der USA teurer, weniger attraktiv sind. Die USA selbst müssten dann die Produktion von Waren im eigenen Land ankurbeln, um den Bedarf im Land zu befriedigen. Vor allem von Waren, deren Produktion ins billigere Ausland verlegt worden ist. Die sind dann wegen der Zölle nicht mehr billiger als die Produktion im eigenen Land. Und ja, die Amerikaner müssten eine Zeit mit weniger Luxus durchleben, bis ihre eigene Produktion wieder die eigenen Bedürfnisse abdecken kann. Die US-Wirtschaft würde zwangsläufig einen gewaltigen Aufschwung erleben. Nota bene: Die USA haben im eigenen Land alles, was man dafür braucht. Rohstoffe, Land, Energie und arbeitsfähige Menschen.
Arbeit wird zum Selbstzweck
Natürlich müssen dann „klassische“ Exportländer ihre Überschussproduktion reduzieren. Das würde aber keine Einschnitte an Wohlleben im eigenen Land bedeuten. Merke: Für diese Überschussexporte in die USA erhalten die Menschen nur mehr oder weniger wertlose US-Dollar, die sich dann zu allem Überfluss zu riesigen Kapitalmengen ansammeln. Die sind nur zu weiteren Finanzschweinereien zu gebrauchen oder eben um Kriege zu finanzieren. Waren, die sie verbrauchen könnten, erhalten sie dafür nicht aus den USA. Das heißt, die Arbeit, mit der Exportüberschüsse produziert werden, ist Arbeit als Selbstzweck. Der Arbeiter hat nichts davon. Er wird um die Früchte seiner Arbeit betrogen. Man kann also diese Arbeit einstellen und es wird kein Verlust an Wohlstand eintreten. Aber der entlastete Arbeiter hat mehr Freizeit. Die Frage steht im Raum: Will das unsere Regierung? Könnte es da nicht geschehen, dass die Menschen mehr Zeit haben sich zu informieren und dann kritischer werden?
Allerdings kann Europa, die BRD, mit den so erhaltenen überbewerteten Dollar in anderen Ländern billig einkaufen, deren Währung gegenüber dem Dollar unterbewertet ist. In Asien oder Afrika. Insofern profitiert Europa vom amerikanischen System der Überbewertung des US-Dollar.
Trumps Zollpolitik verdient Unterstützung
Donald Trump geht folglich mit seiner Zollpolitik einen Weg, der die gesamte Weltwirtschaft wieder auf die Füße stellen kann. Ist das so schwer zu verstehen? Offensichtlich zu schwer für EU-Politiker. Die benehmen sich wie im Kindergarten. Verzollst du mich, bestrafe ich dich mit Gegenzöllen. Oder alttestamentarisch: Auge um Auge... Dass das zu nichts Gutem führt, sollten Christen im Religionsunterricht gelernt haben. Überhaupt Gegenzölle, Strafzölle. Es ist eher lächerlich, rein symbolisch, wenn aus Rache Zölle auf Whisky oder Harley-Motorräder erhoben werden. Aber worauf sollen sonst Zölle erhoben werden, wenn sowieso kaum jemand US-Waren kaufen will? Insbesondere keine Autos aus USA, denn die sind einfach nicht wettbewerbsfähig. Der einzige Exportschlager aus USA sind Waffen, aber auch die wird nach den Erfahrungen in der Ukraine niemand mehr haben wollen. Dänemark diskutiert gerade darüber, die bestellten F-35-Kampfflugzeuge aus USA wieder abzubestellen.
Im Sinn einer Generalgesundung der Weltwirtschaft wäre es für Europa der richtige Weg, sämtliche Importzölle für Waren aus den USA einzustellen. Das hätte man schon lange tun müssen. Bis gestern war es immer noch so, dass die EU auf Autos aus den USA höhere Importzölle ansetzt als anders herum. Ich kann es nur als idiotisch bezeichnen, wenn Importzölle auf Waren erhoben werden, die sowieso kaum jemand kaufen will. Der Welthandel muss zurückgeführt werden zu ausgeglichenen Handelsbilanzen. Nur das kann auf Dauer funktionieren und gerecht ist es auch. Ebenso muss es verboten sein im Ausland auf Einkaufstour zu gehen, Immobilien und Aktien zu kaufen, solange ein Staat ein Außenhandelsdefizit hat. Wie kann es mit rechten Dingen zugehen, dass das Land mit der höchsten Verschuldung in Deutschland etwa 80 Prozent der DAX-Unternehmen „aufgekauft“ hat? Mit Micky-Maus-Geld. Trump geht also einen der zwei möglichen Wege, um nicht nur die USA zu retten, sondern das gesamte Wirtschaftssystem. Er macht das richtig und verdient Unterstützung. Aber das begreifen all die verbildeten nicht, die sich Ökonomen nennen.
Die Welt braucht eine neue Wirtschaftsordnung
Wie schön wäre es, wenn man zu einem System wechseln könnte, das es unmöglich macht, andauernde Außenhandelsdefizite aufrecht zu erhalten? Wenn, wie vor 1971, Außenhandelsdifferenzen jedes Jahr ausgeglichen werden müssen? Wenn dieses System ohne Zölle automatisch dafür sorgt, dass sich die Währungsparitäten so einregulieren, dass ausgeglichene Handelsbilanzen unumgänglich sind? Und dieses System so ausgeklügelt ist, dass die Lohnsteuer komplett abgeschafft werden kann? Ist das nur ein schöner Traum oder ist das wirklich möglich?
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